Die Lipizzaner

Die Lipizzaner können auf eine lange Geschichte zurückblicken. Es wird berichtet, dass bereits die Römer die Vorfahren dieser Pferde für ihre Wagenrennen züchteten, und die mittelalterlichen Ritter sie als Streitrosse mit Vorliebe einsetzten.
Woher haben die Lipizzaner ihren Namen? In 1580 gründete der Erzherzog Karl II von Österreich ein Gestüt in der Ortschaft Lipizza (Lipica). Lipica liegt heute in Slowenien, gehörte aber damals zu Habsburg (Österreich). Die Lipizzaner werden heute überall in der Welt gezüchtet, sogar in Südafrika. Das ist auch kein Wunder, denn die Lipizzaner sind brav, geduldig, nobel, treu und schön, und deshalb sehr beliebt. Sie sind außerdem vielseitig einsetzbar, und können sowohl vor Wagen gespannt als auch mit Sattel beritten werden. Sie eignen sich als Dressur- oder Freizeitpferde und bewähren sich hervorragend im Gelände. Da die Lipizzaner ursprünglich aus Bergregionen stammen, gedeihen sie in einem Kontinentalklima sehr gut und ertragen ohne Schwierigkeiten große Temperaturschwankungen. Nur bei extremen Wetterbedingungen werden sie meistens in Laufställen untergebracht.

Der Lipizzaner gehört zu den Barockpferden, und wurde vor allem durch die Spanische Reitschule in Wien berühmt. Er trägt die Gene ursprünglich iberischer Pferderassen, die Vorfahren der heutigen PRE der Andalusier.

In Rumänien hat das Staatsgestüt „Simbata de Jos“ bei Fagaras viel für die Verbreitung dieser Rasse beigetragen. Dieses ehemalige ungarische Gestüt wurde von der freiherrlichen Familie von Bruckenthal im 18. Jahrhundert gegründet. Die hier gezüchteten Lipizzaner hatten im Aussehen Ähnlichkeiten mit ihren ungarischen Verwandten. In der Rumänischen Zucht kommen nicht nur die traditionellen weiße und schimmel Farben vor, sondern auch schwarze, braune und fuchsfarbige Lipizzaner. Übrigens werden alle Lipizzaner, also auch die weiß-und schimmelfarbigen, dunkel zur Welt gebracht. Erst nach sieben bis acht Jahren erhalten die weißen Lipizzaner ihre endgültige Farbe. Das Stockmaß liegt bei 1,58m, wobei es heute eine Tendenz gibt, größere Lipizzaner zu züchten. Darauf hat sich auch der Pferdehof Merlelor spezialisiert.

Jeder Lipizzaner in Rumänien wird nach dem Namen der Abstammungslinie seines Vaters benannt. Jedes Fohlen erhält zwei Brandzeichnen (vom Vater und Mutter) als lebenslange Identifizierung und als Beweis seiner Reinrassigkeit. Das Brandmarken ist in Rumänien Pflicht und nicht, wie der Name vermuten lässt, eine schmerzhafte Angelegenheit. Heute wird natürlich auch gechipt.

Die Lipizzaner haben sechs legendäre Stammväter: Conversano, Favory, Maestoso, Neapolitano, Pluto und Siglavy. In Rumänien gibt es auch die Stammväter Tulipan und Incitato. Die zuletzt genannte Stammlinie ist fast ausgestorben, aber glücklicherweise besitzt Merlelor eine prachtvolle Incitato Zuchtstute Namens Diorissimo.